Samstag, 1. April 2017

Der Druck und Einfluss sozialer Netzwerke

Hallo :) Man kann schon im Titel lesen, worum es geht, es wird noch ein wenig dauern, bis ihr wieder ein paar buchbezogene Beiträge von mir lesen könnt. Aber ich würde sagen, wir legen einfach mal mit diesem Post los!

Ich denke, dass ihr alle Instagram, Twitter, YouTube, Snapchat etc. kennt, denn immerhin nutzen viele, darunter auch ich, diese Netzwerke, um mich mit anderen auszutauschen. Die, die ich am meisten verwende, um mich mit anderen zu unterhalten, ist Instagram. Man kann Bilder hochladen, kommentieren und auch privat mit anderen schreiben, Follower bekommen und vieles mehr. Und je nachdem, wie man sich anstellt, bekommt man viele oder wenige Follower, die deine Bilder liken und du bekommst die Möglichkeit, mit Verlagen, Firmen etc. zu kooperieren. Dadurch wird man schnell zu jemanden, der immer und immer arbeiten muss, Bilder fotografieren hier, auf Nachrichten antworten da. Irgendwann wird es einem zu viel, man ist genervt, frustriert und hat einfach keine Lust mehr, weil man komplett unter Druck gesetzt wird.


Ich kann mich erinnern, dass ich früher immer ein Bild hochgeladen und alle Kommentare beantwortet habe. Mache ich jetzt auch noch, aber nur dann wenn ich will, wenn die zeit es zulässt. Man muss echt aufpassen, dass man sich von den sozialen Netzwerken nicht komplett einnehmen lässt. Mir ist vor nicht zu langer Zeit aufgefallen, dass es einfach verdammt stressig ist, täglich ein Bild hochzuladen und dabei immer nett zu jedem zu sein obwohl es einem vielleicht grad nicht gut geht. Das ist der Grund, weswegen ich nicht mehr so aktiv bin und immer mehr zurücktrete, weil ich keine Lust mehr habe, mich fröhlich zu stellen, nur weil ich gerade auf Instagram bin.

Was ich auch richtig schlimm finde und jetzt immer deutlich bemerke, ist, dass sich jeder mittlerweile beschwert, dass die Bilder nicht gesehen werde, die Likes zurückgehen und man ja immer noch nur bei 3.586 Followern ist und das ja schon so lange und man doch bitte diesen Monat noch die 3.600 Follower knacken möchte, weil einen das unglaublich glücklich machen würde. Ich meine... Muss man wirklich auf die Anzahl der Follower achten, die einem fehlen, statt auf die zu schauen, die man schon von sich überzeugt hat? Kann es einem nicht egal sein? Warum muss jeder likegeil und followergeil sein? Es tut mir nicht leid, dass das jetzt so harsch klingt, denn es ist die Wahrheit. Ich meine, klar ist es richtig frustrierend, wenn die Mühe, die man in die Bilder reinsteckt weniger anerkannt wird, weil Instagram den Algorithmus geändert hat und man dadurch auch weniger Follower bekommt, aber man könnte sich auch mal mit dem zufriedengeben, was man hat und nicht immer nach mehr streben, wie ein hungerndes Biest.

Etwas, was auch immer auf Instagram stattfindet, sind Aktionen wie Shoutout 4 Shoutout, also Werbung für Werbung. Man macht Werbung für Seite x und dafür bekommt man selber Werbung, dies führt dann zu mehr Followern, wenn man Glück hat. Ich habe wirklich kein Problem mit diesen Aktionen, denn ich mache das selber, was ich aber schlimm finde, ist, wenn man das immer dann macht, wenn man wieder kurz vor einer Marke steht oder vergebens versucht, noch mehr Follower zu bekommen und immer bettelt, bettelt, bettelt. Lustig wird es dann, wenn große Seiten für kleine Seiten Werbung machen sollen und dann wirklich interessante Kommentare bekommen (Also lauter schleimiger Sachen). Wie gesagt, ich mache selber ab und zu Werbung für Freunde, aber man muss es auch nicht übertreiben!

Instagram hat sich echt super verändert, damit meine ich nicht nur vom Design, sondern auch von der Atmosphäre, jeder hat nun die neuesten, beliebtesten Bücher, jeder ist gut drauf und jeder ist kreativ. Es stimmt, es gibt verdammt viele kreative Köpfe auf Instagram, die unglaublich talentiert sind, doch manche Leute folgen Trends, die ich 1) so nicht vertrete, aber akzeptiere oder 2) von anderen nicht gern gesehen werden.

Letztes Jahr stand das Thema schon zur Debatte und die Tage habe jetzt schon wieder: Brennende Bücher fotografieren (um Likes zu bekommen oder nicht(?)). Die einen machen es, weil sie es ästhetisch finden, die anderen, weil sie ein Werk zerstören wollen. Es ist natürlich irgendwo ziemlich respektlos, ein komplettes Buch zu verbrennen, weil darin Arbeit vom Autor und Verlag stecken. Viele (Deutsche) beziehen sich in diesen endlosen Diskussionen auch immer wieder auf die 30er Jahre, die Nazis und Hitler, der damals ebenfalls Bücher verbrennen ließ, weil diese von Autoren stammten, die nicht seinem Ideal angehörten oder weil deren Inhalt einfach "nicht angemessen" war. Doch ich finde es umso respektloser, deswegen jemanden zu beleidigen oder kaltzumachen. Wenn jemand nun eine einzelne Seite verbrennt, finde ich das ehrlich gesagt nicht sehr schlimm, doch ein ganzes Buch finde ich schon arg schmerzhaft (und gefährlich, wenn man mal ehrlich ist). Man muss nun wirklich nicht jedem Trend folgen.

Kommen wir nun zu dem Thema mit den neuesten, beliebtesten Bücher. Da kommt man aber wieder zu dem Thema Likes: Je neuer und anerkannter das Buch, desto mehr Leute liken das Bild. Ist mir auch schon aufgefallen, vor allem, wenn das Buch schön inszeniert wurde. Doch warum kauft man sich ein Buch, was einem wahrscheinlich nicht mal gefällt, nur weil andere es ja auch haben? Das muss doch echt nicht sein. Dass man sich in der Hinsicht nicht mal treu bleiben kann, finde ich echt traurig...

Nun noch das "gut drauf-sein". Mir ist bewusst, dass nicht jeder auf Instagram immer mega gut drauf ist und auch schlechte Tage hat. Aber dennoch tut jeder immer so, als wäre gerade alles gerade super-duper-mega-krass-toll und da frage ich mich (genau wie mit den beliebten Büchern) : Warum sich nicht treu bleiben? Wenn es mir nicht gut geht, dann poste ich einfach nichts, denn sonst verfälsche ich ja meine Texte und Bilder ja in ihrer Bedeutung.

Ich weiß nun ehrlich nicht, ob ich alles drin habe, was mir die ganze Zeit schon durch den Kopf gegeistert ist, aber hier sind mal einige Gedanken. Wir machen und aufgrund unnötiger Dinge viel zu viele Gedanken und lassen uns auch viel zu leicht beeinflussen und bleiben uns nicht mehr treu, nur weil hier und da jemand mehr Follower hat und man das auch gerne hätte, statt einfach mal mit dem was hat happy zu sein.

Euch noch einen schönen tag, Magali :)

Kommentare:

  1. Hey Magali,
    Ich stimme dir in vielen Sachen zu.
    Auch mir fallen diese Dinge immer wieder auf, obwohl ich noch nicht so lange in dieser ganzen "Welt" tätig bin.
    Ich finde es vorallem auch schade, dass die manche Seiten immer mehr Follower, immer mehr Likes wollen anstatt zufrieden zu sein, mit dem, was sie schon erreicht haben.

    LG Cosima
    Von http://cosisbookworld.blogspot.de/

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    1. hey,
      freut mich, dass du mir zustimmst :)

      LG Magali

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  2. Hey Magali,

    ein echt toller Post, der ein sehr wichtiges Thema beinhaltet. Als ich 2015 mit bookstagram angefangen habe, habe ich mir nichts dabei gedacht. So nach dem Motto: "Ist doch nur ein normaler Instagram Account, nur dass ich jetzt Bilder von Büchern poste, anstatt von mir. Außerdem kann ich mich dann endlich mit anderen netten Menschen über Bücher austauschen, die mir gefallen."
    Tja, leider falsch gedacht! Inzwischen merkt man, dass es den Leuten nur noch um die Likes geht und das finde ich einfach nur traurig und irgendwie ist es auch schrecklich, aber das sagtest du bereits. Diese Shoutout Aktionen finde ich echt toll, so lange man es wirklich ernst meint und mit Leuten seine Lieblingsseiten teilen will oder so was in der Art. Da muss ich dir auch zustimmen.
    ich weiß noch, dass ich mich eine Zeit lang mitreißen lassen habe und versucht habe jeden Tag ein Bild zu posten, aber jetzt mache ich das auch nicht mehr. Ich habe einfach nicht die Zeit und Kraft dafür! Und vor allem schreibe ich nicht drunter, dass es mir gut geht, wenn ich mega schlecht drauf bin. wie idiotisch ist das denn bitte?! Wenn es mir nicht gut geht, schreibe ich das auch hin und bin dann erst mal weg von Instagram. Es kann doch keine Menschen geben, die dauerhaft 24/7 gut gelaunt sind?!
    Aber aufregen lohnt sich sowieso nicht. Ich finde deine Einstellung super und kann nur sagen, dass ich dir da zustimme. ich hoffe nur, dass diese "likegeilen Biester" lernen, dass es nicht darum geht, die neusten Bücher und die tollsten Bilder zu haben...

    Liebe Grüße
    Navika alias szebra

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    1. Hey,
      freut mich sehr, dass du auch meiner Meinung bist, ich mache meine Pause ja, weil mich dieses ganze Gedöns total nervt und hoffe, dass einige sich das zu Herzen nehmen und ein wenig mehr auf sich und nicht die Likes etc achten.

      LG Magali

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